Dr. Raymond A. Moody – Das Licht von drüben

Der Autor gibt Antworten auf brisante Fragen zum Thema Nahtod

21.07.2009 Simone Meier

Das Sachbuch vom Nahtodforscher und Bestsellerautor Moody bietet Lesestoff für alle, die sich umfassend zum Thema Nahtod- und Sterbeforschung informieren möchten.

Der Arzt und Sachbuchautor Dr. Raymond A. Moody ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Nahtod- und Sterbeforschung. Sein Buch „Leben nach dem Tod“ wurde zu einem internationalem Bestseller und war gleichzeitig der Anstoß zu intensiver Sterbe- und Todesnäheforschung. „Das Licht von drüben“ beschäftigt sich intensiv mit Fragen, die das Erforschen des Nahtoderlebens mit sich bringen.

Das Erleben der Todesnähe

Das erste Kapitel des Buches beginnt mit einer Frage, die sich die Menschheit immer wieder stellt: Was geschieht, wenn wir sterben? Betroffene, die dem Tod näher waren als dem Leben, berichteten nach ihrer erfolgreichen Reanimation von einem friedvollen Gefühl, vom Verlassen des Körpers und dem schon fast obligatorischem Tunnelerleben. Viele nahmen Lichtgestalten wahr oder spürten die Präsenz eines Lichtwesens, in dem die Rückkehrer meist Gott sahen. Auch der Lebensrückblick, das veränderte Zeit- und Raumempfinden sowie die meist widerwillige Rückkehr sind Aspekte, die der Autor gleich zu Anfang seines Buches bespricht. Besonders interessant ist seine Ausarbeitung rund um die Frage, wie viele Menschen dem Tod wie nahe waren. Untersuchungsergebnisse einer mit 49 Personen durchgeführten Studie sollen darauf eine Antwort geben. Vorgestellt wird auch ein standardisierter Fragebogen, der klären soll, ob die Betroffenen überhaupt eine Todesnäheerfahrung gemacht haben.

Rückkehrer haben keine Angst vor dem Tod

Dr. med. Raymond A. Moody stieß bei seinen Nahtod- und Sterbeforschungen immer wieder auf Gemeinsamkeiten, die er dem Leser nicht vorenthält. Alle von ihm untersuchten Fälle hatten nach ihrem Nahtoderlebnis keinerlei Angst mehr vor dem eigenen Tod. Das Erlebte schien die Betroffenen derart zu prägen, dass sie sowohl ihren Lebenswandel als auch ihre Lebenseinstellung zum Positiven veränderten. Das Leben an sich wurde von den Rückkehrern als wertvoll und kostbar beschrieben, während die Liebe und der Wissenserwerb dem Dasein einen Sinn gäben.

Das Nahtoderleben ist glaubensunabhängig

Auch die Nahtoderlebnisse von Kindern werden in dem Sachbuch ausführlich erörtert. Gerade Kinder seien wenig oder noch gar nicht religiös geprägt und würden somit eine wichtige Informationsquelle darstellen. In der Tatsache, dass sowohl Gläubige als auch Atheisten nach dem Nahtoderleben zu einer ganz eigenen spirituellen Überzeugung gelangen, sieht der Autor einen Hinweis auf ein echtes Jenseitserleben.

Außergewöhnliche Fragen zum Thema Nahtoderleben

„Das Licht von drüben“ berichtet nicht nur von reinen Nahtoderlebnissen, es beschäftigt sich vor allem auch mit eher außergewöhnlichen Fragen, die Moodys Arbeit zu einem intensiven Leseerlebnis machen. Seine Ausführungen zu den Fragen, ob Rückkehrer überhaupt tot waren oder ob es bei den Betroffenen Hinweise für eine mögliche Geisteskrankheit gab, sind informativ und zugleich beeindruckend.

Pioniere in der Nahtodforschung und Literaturhinweis

Leser, die sich einen Überblick über das gesamte Spektrum der Nahtod- und Sterbeforschung verschaffen möchten, werden mit dem Kapitel „Die Todesnähe-Forscher“ ihre Freude haben. Dort finden sie wertvolle Hintergrundinformationen zu den Arbeiten von anderen Forschern, die Moody als Pioniere in der Nahtodforschung bezeichnet. Mit seinem Buch „Das Licht von drüben“ beantwortet Dr. Raymond A. Moody nicht nur gängige Fragen zum Thema Nahtod. Er wagt sich auch an eher ungewöhnliche Aspekte und Thesen heran, die sein Werk besonders lesenswert machen. Die Literaturhinweise am Ende des Buches sollen helfen, das Meinungsbild und die Überzeugungen des Autors besser zu verstehen. Interessenten, die sich eingehender mit der Nahtodforschung beschäftigen möchten, finden darunter sicherlich reichlich Lesestoff.

Dr. med. Raymond A. Moody: Das Licht von drüben – Neue Fragen und Antworten. Rowohlt Verlag 2009. Taschenbuch, 192 Seiten. Euro 8,95.

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